Bad Nauheim
Eines der Wahrzeichen der hessischen Jugendstilstadt sind seine Gradierwerke. Sie dienten im 17. und 18. Jahrhundert der Salzgewinnung und sind heute wieder gut erhalten und im Wesentlichen funktionstüchtig zu besichtigen. Sie dienen heute den Kurgästen der Erholung und Genesung.
Wenn man sich in unmittelbarer Nähe eines Gradierwerkes aufhält, dann riecht man den typischen Meeresduft der salzhaltigen Luft. Besonders Erkrankungen der Athemwege können dadurch geheilt bzw. gelindert werden.
Gradierwerk mit Windmühlenturm
Windmühlenturm
Gradierwerk mit Windmühlenturm
Verrieselung über Schwarzdornreisig
Gradierwerk
Wasserrad am Ludwigsbrunnen
Wasserrad am Ludwigsbrunnen 1740
Staunende Besucher am Wasserrad
Wasserrad
Wasserrad am Ludwigsbrunnen

Da in Bad Nauheim die Solequellen nur etwa 3 Prozent Salz enthalten, kommt ein direktes eindampfen der Sole wegen des zu hohen Brennstoffverbrauches (Brennholz, später Braunkohle) nicht in Frage. Der Salzgehalt läßt sich durch Verdunsten des Wassers an der Luft und durch die Sonne erhöhen. Dieser Vorgang heißt Gradierung.
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurden die bisherigen Gradiermethoden durch den Bau der großen Gradierwerke (Leckwerke) entscheidend verbessert.
Die Wände der Gradierwerke sind mit Schwarzdornreisig (Schlehe) bestückt. Das Wasser wird nach oben gepumpt und rieselt nun an dem Schwarzdornreisig nach unten. Diese Verrieselung über mehrere Gradierbauten fördert die Reinigung der Sole und erhöht den Salzgehalt der Sole auf bis zu 16 Prozent. Die so gewonnene Sole wurde früher zu den Siedehäusern gepumpt und dort in Siedepfannen so lange erhitzt, bis das Salz auskristallisierte. Als Antrieb für die Pumpen dienten Wasserräder, Pferdegöpel, Treträder und holländische Windmühlen.

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